Stutzen-Kobolde, oder wer?

Es gibt viele Absonderlichkeiten in jeden Haushalt - das fängt bei den Socken an, wovon nach einiger Zeit immer nur noch ein Partner des Paars am Leben ist, der andere ist im schwarzen Sockenloch verschwunden (dies ist häufig gleichbedeutend mit mannigfachen Boxen, Lücken, Matratzenspalten etc. in selbstverständlich sonst aufgeräumten Kinderzimmern). Das geht über verlorene Bleistifte, Spitzer und Lineale, offene Zahnpastatuben, die angeblich immer jeder zugeschraubt hat, aber auch über alles das, was plötzlich fehlt. Nein, hier waren keine Batterien, Schokolade auch nicht und die Butter ist nicht im Kühlschrank. Wo bitte sonst, wenn sie nicht auf dem Tisch steht? Hat Butter mittlerweile die Eigenschaften der Kuh zurückerobert, stellt sich auf vier butterweiche Beine und galoppiert in den Keller, weil dort der Fernseher steht?

Kompensierend mit den Dingen, die fehlen, kommen leider völlig unnötige Dinge dazu, in dieser Jahreszeit allen voran gebrauchte Taschentücher. In Hochform natürlich erst in der Waschmaschine, weil sie erst dort ihre volle Pracht entfalten können. Die, nach dem ausschlagen der Wäsche, dann typischerweise einen Radius von mehreren Metern erreicht (zur Glückseligkeit des Staubsaugers). Dagegen halten Geldscheine die Waschgänge und selbst den Trockner erstaunlich gut aus, sind leider nur sehr selten. Während die Taschentücher grundsätzlich nie einen ehemaligen Besitzer haben, sind es bei den Geldscheinen häufig min. zwei bis drei...

Nun kann man sich lange darüber den Kopf darüber zerbrechen, wie das alles so genau sein kann oder man überlässt die Dinge den Kobolden oder Elfen. Seit Harry Potter ist deren Existenz ja sowieso stichhaltig bewiesen. Und es bleibt unstrittig, dass auch diese Wesen Ihre Leidenschaften weiterentwickeln. Jedenfalls scheinen sie - vielleicht ist es auch nur eine gewisse Spezies - die Stutzen für sich entdeckt zu haben. Am Geschmack kann es nicht liegen, denn fehlen tun diese (anders als die Socken) eher selten. Somit müssen sie damit ein eigenwilliges Spiel betreiben, was min. zwei Regeln haben muss:
1) versuche die Löcher in kurzer Zeit möglichst groß zu kriegen
2) knabbere Dich durch so viele Stutzen wie möglich.

Jedenfalls lässt sich das in unserer Trikottasche von Spiel zu Spiel, von Waschgang zu Waschgang verfolgen. Und diese kleinen Frechlinge müssen immer in der Nähe sein, auch wenn nach kompletten Entleeren der Trikottasche der Mannschaft nichts und niemand zu sehen ist. Aber das heißt bei Fabelwesen ja nichts.

Es hilft nichts, lassen wir ihnen ihren Spaß und beschaffen ihnen von Zeit zu Zeit neues Spielmaterial. Schade nur, dass dies nicht noch steuerlich absetzbar ist, im Sinne einer Patenschaft für StuKos (Stutzenkobolde), oder so...

Mini-Kolumne von Sabine Jehle

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