B1: Mit Herz und Verstand gegen Makkabi Frankfurt

24.09. – Am letzten Sonntag (22.09.2019) war der FC-TSG Königstein zu Gast bei Makkabi Frankfurt, allerdings auf einem Rasenplatz, der für einen Freizeitkick, aber kaum für ein Gruppenliga-Spiel geeignet schien. Zumindest hatte es nicht geregnet, so dass sich bei trockenen Bedingungen auch auf diesem Untergrund ein spannendes Spiel entwickeln konnte.

Die Gastgeber aus Makkabi begannen dann auch mit einer Taktik, die diesen Rasenbedingungen angepasst war. Sie pressten gegen jeden Ball, ließen die Königsteiner mit großem Körpereinsatz gar nicht erst ins Spiel kommen, überwanden das Mittelfeld mit weiten Abschlägen des Torwarts und hohen Bällen aus der Verteidigung und nutzten aus jeder Position den Abschluss. Angetrieben von einem Trainer, der eine regelrechte Kampfstimmung verbreitete, kamen die Stürmer von Makkabi zu einigen guten Chancen, vor allem zu drei Schüssen im oder am Sechzehnmeter-Raum, die nur knapp über das Königsteiner Tor rauschten.

Es dauerte gut zwanzig Minuten, bis sich die Königsteiner auf diese Spielweise eingestellt hatten. Sie standen nun tiefer, nahmen die Kampfansage an und konnten nach und nach das eigene Passspiel aufziehen. Dies merkten auch die Gastgeber, denen offenbar nach den Kraftanstrengungen zu Spielbeginn allmählich die Puste ausging. In der 22. Minute gab es von Fabio Buscemi den ersten Warnschuss, der noch über das Tor ging, aber schon fünf Minuten später kombinierten sich die Königsteiner durch die gegnerische Verteidigung und legten auf Philip Tielsen ab, der einen Moment zu lange zögerte, so dass sich ein Verteidiger von der Seite in den Ball werfen und damit in letzter Sekunde den Führungstreffer verhindern konnte. So ging es weiter und auch die Rufe der Gastgeber, man solle die Königsteiner nicht ihr Spiel machen lassen, konnten genau dies nicht verhindern. In der 31. Minute dann Aufregung im Strafraum, als ein Spieler von Makkabi den Ball am Boden liegend mit Hand und Arm berührte, aber der Schiedsrichter keinen Elfmeter pfiff. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit hatten sich schließlich die Kräfteverhältnisse auf dem Platz zu Gunsten Königsteins verändert, Herz und Verstand hatten sich gegen Sturm und Drang durchgesetzt, allerdings noch ohne zählbare Ergebnisse.

Wer erwartet hatte, dass Makkabi zu Beginn der zweiten Halbzeit nach kurzer Erholung und mit neuen Kräften die Taktik der ersten Hälfte wiederholt, sah sich getäuscht. Tatsächlich knüpften vielmehr die Königsteiner da an, wo sie vor dem Halbzeitpfiff aufgehört hatten.  Schon in der 42. Minute hätte es die Führung geben müssen, als Philip Tielsen erneut in aussichtsreicher Position den Ball bekam, aber der Torwart der Gastgeber mit einer Glanzparade die Führung vereitelte. Dann aber der Schock für die Königsteiner. Makkabi erhielt auf seiner rechten Seite, gut dreißig Meter vor dem Tor, einen Freistoß, der mit Wucht auf das Tor der Gäste geschlagen wurde und so viel Speed hatte, dass ihn der sonst so sichere David Graefe nicht festhalten konnte. Im anschließenden Gewühl landete der Ball dann irgendwie zum 1:0 für Makkabi im Tor.

Dies gab den Gastgebern etwas Aufwind und folglich kamen sie auch kurze Zeit später erneut zu einem gefährlichen Torabschluss, doch diesmal parierte der Königsteiner Keeper brillant. Königstein wechselte nun aus und brachte einen neuen Stürmer, Mohamed El Harouachi, der mit frischen Kräften die Offensivbemühungen der Gäste belebte. In der 60. Minute eroberte er den Ball vom gegnerischen Innenverteidiger, hob ihn geschickt über den herauslaufenden Torwart, traf erst noch den Pfosten, konnte dann aber mit sicherem Nachschuss aus spitzem Winkeln den Ball zum Ausgleich (1:1) versenken.

Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Wieder eroberte man den Ball im Mittelfeld und nach einem klasse Zuspiel von Fabio Buscemi auf den in die Tiefe startenden Finn Zacharides, war es der gutpostierte Niklas Prokasky, der in der 63. Minute die Hereingabe von Finn sicher zur 1:2 Führung für Königstein einnetzte. Nur sieben Minuten später die nächste tolle Aktion, diesmal eingeleitet von Niklas Prokasky, der einen für den Gegner völlig unerwarteten Pass in die Tiefe auf Mohammed El Harouachi spielte. Dank seines guten Laufwegs stand dieser nun völlig frei vor dem Torwart und verwandelte sicher zum 1:3. Damit war das Spiel gelaufen und die Gegenwehr der Gastgeber gebrochen.

In den letzten Minuten des Spiels gab es noch viele Zweikämpfe im Mittelfeld, aber keine weiteren zwingenden Torchancen und so gingen die Königsteiner zu Recht als Sieger von diesem Ackerplatz.

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